Von San José nach Bocas del Toro

Malerische Unterkünfte in Bocas del Toro für Reisende.

Eine Möglichkeit von Costa Rica nach Panama zu kommen, ist mit dem Bus. Es gibt ein Buslinie, die die Hauptstadt von Costa Rica – San José – mit Panama verbindet. Jeden Tag fährt ein Bus von San José über Limon nach Changuinola in Panama. Hier ein kleiner Bericht… 

 

Wer nach Panama reisen möchte, hat viele Möglichkeiten. Die einfachste ist, dass man ins Flugzeug steigt, nach Panama City fliegt und von der Hauptstadt aus, das Land erobert. Allerdings liegt Panama City nicht ideal, wenn man das Land durchreisen möchte. Eine andere Möglichkeit ist die Einreise über das Nachbarland Costa Rica. Die Hauptstadt San José liegt nicht allzuweit von der Grenze weg und hierhin fliegen günstige verschiedene Airlines wie KLM, Iberia oder auch Air France. Günstig für eine ideale Ankunft und Weiterreise ist eine Ankunft in San José am frühen Morgen am besten gegen 7 Uhr.

Die frühe Ankunft ist aus zwei Gründen erstrebenswert.  Erstens: So traurig es auch ist, wenn man in San José nicht zufällig Freunde besuchen möchte oder andere private Verpflichtungen hat, dann kann man die Stadt getrost links liegen lassen. In der Haupteinkaufsstraße der Avenida Central findet man Klamottenläden von Levis & Co genauso zahlreich, wie ihre günstigen Pendants à la Lewis & Co.

Unterm Strich kann man hier shoppen, bis es einem aus den Ohren rauskommt, aber wirklich schön ist es nicht, da es unheimlich voll ist, man ständig auf seine Taschen aufpassen muss und die Preise auch nicht wirklich günstig sind. Das trifft genauso auch auf die Unterkünfte und Restaurants zu. Also nichts wie weg. Ein dreitägiger Versuch in dieser Stadt anzukommen, schlug damals (2011) grandios fehl. Günstig ist die Ankunftszeit auch aus dem Grund, dass um 9 Uhr der Bus nach Panama fährt. Genauer gesagt, fährt der Bus nach Changuinola. Dies ist die erste größere Stadt hinter der costaricanisch-panamesischen Grenze.

Also kommt man am Flughafen in San José Juan Santamaria an, nimmt man sich am besten spätestens um 8 Uhr ein rotes Taxi. Wichtig, dies sind die offiziellen Taxen, die auch mit einem Taxometer ausgestattet sind. Trotzdem gilt: Vorher nach dem Preis fragen und darauf achten, dass das Taxometer auch angestellt wird. Man wird in San José, wenn man das Flughafengebäude verlässt, von zig Leuten angequatscht, ob man nicht ein Taxi braucht. Einige von den Anquatschern sind Schwarztaxenvermittler oder -fahrer oder kennen jemanden, der ein Taxi fährt. Andere wedeln mit offiziell wirkenden Papieren herum und notieren sich Reisepass- und Flugnummer und rufen dann trotzdem ein Schwarztaxi. Am besten ist, man lässt alle links liegen, wartet eine Weile bis sich der Trubel verzogen hat und winkt dann ganz normal ein ankommendes Taxi heran. Fans des ÖPNV können auch direkt vor dem Flughafen in den Bus steigen. Die Fahrt ins Zentrum kostet 2,50 Dollar, ist zuverlässig und dauert nur ein wenig länger als mit dem Taxi. Man muss dann nur vom zentralen Busbahnhof im Zentrum ein Taxi zum Hotel Cocori nehmen. Warum? Direkt vor dem Hotel Cocori fährt jeden Tag pünktlich um 9 Uhr ein Bus nach Changuinola/ Panama ab. Die Fahrt vom Flughafen dauert ca. 30-45 Minuten und sollte 20 bis 25 Dollar kosten. Wichtig! In Costa Rica kann man fast überall in Dollar bezahlen. Die einheimische Währung ist allerdings der Colon (CRC) mit einem Umrechnungskurs von circa 1 Euro gleich 5000 CRC. Wenn man Wechselgeld bekommt, besteht das meist aus Colon, also mitrechnen oder passend zahlen, ansonsten kann die Fahrt noch teurer werden.

Angekommen am Hotel Cocori wird man sich sicher etwas wundern. Vor dem grünlichen Gebäude gibt es keinen Hinweis darauf, dass hier der Bus nach Changuinola/ Bocas del Toro/ Panama fährt. Das einzige, was einen beruhigt, ist die Tatsache, dass ringsherum an den Kreuzungen auch Busse ankommen und abfahren. Ist man zu früh da, ist man der erste und stellt sich einfach hin und harrt der Dinge, die da kommen. Meist sind das die Händler der benachbarten Läden und früher oder später irgendwelche komischen Typen. Aber nicht nervös werden und freundlich bleiben. Das Viertel, in dem das Hotel liegt, gilt tagsüber als sicher. Abends und in der Nacht hingegen sollte man es als Alleinreisender meiden. Mir selber ist zwar nichts passiert, aber merkwürdig war es schon, dass der Taxifahrer des Nächtens nicht mehr bis zu meinem Hotel Elvis fahren wollte. Eben genanntes war, sagen wir einfach, und kostete dafür aber eben nur 10 Dollar pro Nacht. Und Elvis war nett und das Hotel als solches sicher. Doch zurück zum Thema: Spätestens gegen 8.30 Uhr gesellen sich andere einheimische Reisende und mindestens drei bis sieben amerikanische, australische oder europäische Backpacker zu einem, so dass man nicht mehr allein ist. Kurz vor 9 Uhr taucht dann schließlich der Bus der Busgesellschaft Bocatoreños auf und alles ist gut. Sprachunkundige müssen von nun an nur noch Bocas sagen und nicken. Den Rest machen die freundlichen, aber an Touristen gewöhnten Busfahrer. Der Bus fährt dann insgesamt knapp fünf bis sechs Stunden und kostete 2012 genau 14 Dollar. Inklusive einer Stunde Zeitverschiebung ist man gegen 15 Uhr in Changuinola.

Am Grenzübergang zwischen Costa Rica und Panama, ungefähr 15 Minuten vor Changuinola, muss man den Bus verlassen und zu Fuß über die Grenze gehen. Das Gepäck und auch die Jacken etc. kann man ruhig im Bus lassen. Bei meinen sechs Grenzüberquerungen kam nie etwas weg. Die Formalitäten auf der costaricanischen Seite sind normal, wie an jeder Grenze: Pass zeigen und durch. Bei den Panamesen ist es etwas komplizierter. Grundsätzlich kann der einreisen, der beweisen kann, dass er auch wieder ausreist. Entweder ihr habt ein Flugticket, dass zeigt, dass ihr aus Panama abfliegt oder ihr zeigt irgendein Ticket, welches ihr aus dem Internet ausgedruckt habt. Mit ein bisschen diskutieren und dumm stellen geht das. Wer Konflikten aus dem Weg gehen möchte, kauft an der Grenze schräg gegenüber der Abfertigung an einem winzigen Häuschen ein Busticket zurück nach San José. Das geht immer und man kann es noch gebrauchen. Außerdem müsst ihr auf der panamesischen Seite bei der Einreise eure Pässe zweimal zeigen. Einmal durch ein Fenster durch und beim zweiten Mal in einem Raum, welcher wahrscheinlich die Zollabfertigung darstellen soll. Dort wird man euch je nach Lust und Tagesform der „Beamten“ in die Taschen schauen oder auch nicht und vor allen Dingen wird man euch irgendwelche gelben Briefmarken in den Pass kleben und dafür drei Dollar verlangen. Diskutieren zwecklos!!! Wahscheinlich handelt es sich bei den Briefmarken um so eine Art zu zahlende Kurtaxe …

Auf jeden Fall muss man bei all dem Wirrwarr darauf achten, wann der Bus die Brücke überquert und sollte sich mit anderen absprechen, so dass der Bus nicht ohne einen abfährt, oder … An der Grenze stehen zahlreiche Anquatscher und bieten Taxifahrten nach Almirante zum Bootsanleger der Boote nach Bocas del Toro an. Die Fahrt sollte nicht mehr als 10 Dollar kosten. Meistens werden ganze Backpackertrupps in einem Sammeltaxi gefahren. Die Fahrt dauert circa eine halbe Stunde. Die letzten Boote nach Bocas legen zwischen 16.30 und 17 Uhr ab. Wer spät dran ist, sollte die 10 Dollar locker machen. Wer sich die Dollar sparen möchte, steigt wieder in den Bus ein und fährt nach Changuinola. Dort hält der Bus an einem Busterminal, von wo aus die Fahrt nach Almirante weitergeht. Die Fahrt nach Almirante sollte nicht mehr als 2 Dollar kosten. Wichtig! Man sollte sich nicht irre machen lassen von „fremden“ Führern, die behaupten, dass der Bus nicht nach Changuinola fährt oder dass man von dort aus nicht weiter kommt!!! Das ist getrost mal Quatsch.

Sowohl die Taxen als auch die Busse bringen euch zu den Bootsanlegern nach Bocas. Die Überfahrt kostet je nach Gesellschaft vier oder fünf Dollar. Nach 45 Minuten heißt es Welcome to Bocas del Toro!!!

1 comment

  1. martin - 12. August 2015 6:25

    Schön gemacht! Hat alles hingehauen!

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