{"id":78,"date":"2014-09-16T23:39:52","date_gmt":"2014-09-16T21:39:52","guid":{"rendered":"http:\/\/laenderkenner.de\/?p=78"},"modified":"2018-11-26T19:27:10","modified_gmt":"2018-11-26T17:27:10","slug":"kapverdische-inseln-ein-kurzer-weg-in-den-sommer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laenderkenner.de\/index.php\/2014\/09\/kapverdische-inseln-ein-kurzer-weg-in-den-sommer\/","title":{"rendered":"Unterwegs auf den Kapverdischen Inseln &#8211; Abseits der Wege"},"content":{"rendered":"<p>Die Kapverdischen Inseln sind eine sehr abwechslungsreiche Inselgruppe und ein wundersch\u00f6nes Reiseziel. Neben den Badestr\u00e4nden auf Sal und Boa Vista gibt es die Vulkaninsel Fogo oder auch die Insel Santiago mit der Hauptstadt Praia. Abseits der Wege kann man auf dieser zum Beispiel wunderbar&nbsp;wandern und geniale Ausblicke genie\u00dfen. Allerdings muss man ein paar Sachen beachten&#8230;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Es ist warm, die Luft ist trocken, wir sitzen in einem Taxi und werden durch nicht sto\u00dfd\u00e4mpfende Sto\u00dfd\u00e4mpfer auf der R\u00fcckbank ordentlich durchgesch\u00fcttelt. Unser Fahrer Ricardo hat das Autoradio wieder lauter gedreht, da erneut ein Song von Tibau Tavares, auf&nbsp; seiner in Dauerschleife laufenden alten Magnetkassette, l\u00e4uft.&nbsp; &#8222;Saude&#8220;, den Tavares mit Pupkulies &amp; Rebecca herausgebracht hat, geh\u00f6rt mit der Neuzas &#8222;Djar Fogo&#8220; zu den wohl am meisten gespieltesten Liedern auf den Kapverdischen Inseln in diesem November 2013. Wir sind gerade auf der Fahrt nach Tarrafal, welches sich im Norden der Insel Santiago befindet. Wir kehren an diesem Morgen der Haupstadt der Kapverdischen Inseln Praia den R\u00fccken und sind ganz froh dar\u00fcber. Neben einigen Tatsachen, wie unfreundliches Personal im Hotel, dunkles, kleines und zu teures Zimmer oder auch zuviele Menschen und Autos haben auch unsere falschen Erwartungen, teilweise geweckt durch den Reisef\u00fchrer und unterwegs getroffene andere Reisende, zu unseren entt\u00e4uschten Mienen gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Was wir beim Vorfreuen auf die Stadt vergessen haben, ist, dass es sich bei den Kapverdischen Inseln um ein kleines Land handelt. Auf den neun bewohnten Inseln leben insgesamt knapp \u00fcber 400.000 Menschen. Die Hauptstadt Praia hat ungef\u00e4hr 130.000 Einwohner, also in etwa soviele wie W\u00fcrzburg, Ingolstadt oder Regensburg. In wohl keiner dieser drei St\u00e4dte gibt es gro\u00dfe Prachtboulevare, riesige Einkaufstra\u00dfen und -zentren oder ein wahnsinnig quirliges Nachtleben. Man w\u00fcrde die St\u00e4dte vielleicht mit Adjektiven wie ruhig, sch\u00f6n, provinziell oder traditionell beschreiben. Hinzu kommt, dass die Kapverdischen Inseln ein relativ junger Staat sind. Insofern muss man die Beschreibungen der Reisef\u00fchrer und Internetforen mit Vorsicht genie\u00dfen und sollte selbige in den richtigen Relationen sehen. Innerhalb der St\u00e4dte des Inselstaates ist das Zentrum von Praia gro\u00df, ebenso ist auch das Nachtleben in diesem Kontext sicher quirlig und auch der Hafen ist im Vergleich sehenswert. Aber wer sich Entt\u00e4uschungen, wie wir sie erlebt haben, ersparen m\u00f6chte, der sollte die Relationen beachten und nicht zuviel erwarten. Das Zentrum von Praia ist nur wenige Stra\u00dfen umfassend, der Hafen ist mehr als \u00fcberschaubar und das kulturelle Leben ist relativ begrenzt. Auch die im Reisef\u00fchrer auf sage und schreibe f\u00fcnf Seiten in den h\u00f6chsten T\u00f6nen gelobte <strong>Cidade Velha<\/strong> ist trotz des Titels &#8222;Weltkulturerbe&#8220;, nicht mehr als ein Fischerd\u00f6rfchen. Sowohl die <strong>Kirche<\/strong><strong> Nossa Senhora do Rossario<\/strong> von 1495 und das <strong>Forte Real de S\u00e3o Filip<\/strong> sind h\u00fcbsch anzusehen, aber wer hier mehr als eine Stunde verbringen m\u00f6chte, hat es schwer.<\/p>\n<p>Derart in Gedanken versunken n\u00e4hern wir uns dem kleinen \u00d6rtchen <strong>Tarrafal<\/strong> im Norden der Insel. Immerhin ist es mit seinen \u00fcber 20.000 Einwohnern die drittgr\u00f6\u00dfte Stadt auf dem Eiland. Die Fahrt von Praia dauerte knapp drei Stunden, sie f\u00fchrt uns vorbei an Bergen, T\u00e4lern und vielen kleinen D\u00f6rfern. W\u00e4hrend Ricardo uns ab und zu etwas zur Landschaft erz\u00e4hlt, geht es rauf und runter, links herum und rechtsherum, w\u00e4hrend wir unter anderem die <strong>Serra de Malagueta<\/strong> durchqueren. Die Stra\u00dfe scheint vor allem in den kleinen Orten ein beliebter Treffpunkt zu sein, \u00fcberall sehen wir Menschen am Rand der Fahrbahn, halten die Alugueros (Sammeltaxis) und st\u00e4ndig muss Ricardo Menschengruppen, Ziegen und Gespannen ausweichen.<\/p>\n<p>Das \u00d6rtchen Tarrafal erreichen wir in der D\u00e4mmerung. Unser Hotel (Sol Marina) liegt direkt zwischen der kleinen Bucht und dem Hafen von Tarrafal. Das Zimmer ist wirklich sehr einfach, daf\u00fcr aber sehr sauber und der wundersch\u00f6ne Blick entsch\u00e4digt auch f\u00fcr das nicht so ansehnliche Treppenhaus. Einen noch besseren Blick haben wir von der Dachterasse des Hotels, auf der wir jeden Morgen das Fr\u00fchst\u00fcck genie\u00dfen und wo sich auch die Rezeption befindet. Wie auch in den anderen Landesteilen sprechen die Hotelangestellten kein englisch. Wir verst\u00e4ndigen uns radbrechend auf spanisch und franz\u00f6sisch, auch wenn keine der beiden Sprachen wirklich von den Einheimischen geprochen wird. Wir wollen aber ein bisschen was von der Stadt sehen und fragen uns deswegen Tag f\u00fcr Tag durch das stille Tarrafal.<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p>Das Zentrum des kleinen St\u00e4dtchens besteht aus einem kleinen rechteckigen Marktplatz mit einer Kirche. Ringsherum gibt es ein paar L\u00e4dchen und Restaurants. Auffallend ist, dass es auf dem Platz ein \u00f6ffentliches W-Lan-Netz geben muss, denn man sieht fast immer Menschen mit einem Laptop herumsitzen und im Internet surfen. Direkt neben unserem Hotel entdecken wir das Restaurant <strong>Esplanada Baia Verde<\/strong> des gleichnamigen Hotels Baia Verde. Dieses liegt auf einem Felsen \u00fcber der kleinen Badebucht von Tarrafal und abends genie\u00dft man von hier oben einen romantischen Blick auf Sterne, Ozean und Bucht. Das Restaurant bietet lokale Gerichte, die man unbedingt kosten sollte. Zur Wahl stehen nat\u00fcrlich Cachupa sowie verschiedene Fisch- und Huhngerichte. Obwohl das Restaurant zur gehobenen Preisklasse geh\u00f6rt, wird es zu unserer allabendlichen Basis w\u00e4hrend unserer drei Tage in Tarrafal.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr Badeurlauber bietet dieser n\u00f6rdliche Zipfel von Santiago nicht allzuviele M\u00f6glichkeiten. Es gibt die kleine Badebucht in Tarrafal und das war es dann schon. Es gibt noch einige Str\u00e4nde in der weiteren Umgebung, aber diese erreicht man nur w\u00e4hrend einer Wanderung oder mit einem Aluguero. Aber Tarrafal eignet sich daf\u00fcr wunderbar zum Wandern. Auf Anraten der diversen Reisef\u00fchrer und unserer netten Hotelrezeptionistin Maria mieten wir uns einen Guide. Praktischerweise kennt sie nat\u00fcrlich jemanden und ehe wir uns versehen steht Danilo auf der Terasse und bietet seine Dienste an. Gemeinsam mit einem deutschen Urlauber entscheiden wir uns f\u00fcr eine Wanderung zum nahe gelegenen Leuchtturm. Der Trip ist nicht ganz billig. Danilo m\u00f6chte umgerechnet 30 Euro daf\u00fcr haben, dass er uns drei bis vier Stunden durch die Umgebung f\u00fchrt. Naja gesagt getan, stiefeln wir mit ihm los. Die Wanderroute beginnt in der kleinen Bucht vor unserem Hotel und f\u00fchrt in die dahinterliegenden Berge. Zun\u00e4chst geht es \u00fcber eine Kuhweide sowie durch losen Baumbestand. Alsbald sind wir hoch genug, so dass wir die Bucht unter uns erblicken k\u00f6nnen. Der Ausblick ist wirklich atemberaubend. Die Fotoapparate klicken, Ah&#8217;s und Oh&#8217;s schallen durch die Landschaft w\u00e4hrend es so nat\u00fcrlich nur langsam weitergeht. Danilo ertr\u00e4gt alles mit einer stoischen Ruhe. Er erz\u00e4hlt uns, dass er diese Strecke dreimal bis viermal in der Woche mit Touristen l\u00e4uft, da ist nat\u00fcrlich eine gewisse Routine nicht verwunderlich. Doch auch wir kriegen uns irgendwann wieder ein und stapfen darauffolgend durch Schluchten und Berge immer an der K\u00fcste entlang. Der Leutturm am Ende der Tour entpuppt sich als ziemlich kleines wei\u00dfes H\u00e4uschen, was in unseren Augen nicht viel mit einem Leuchtturm zu tun hat. Da wir inzwischen etwas erm\u00fcdet sind, sparen wir uns den Abstieg zum &#8218;Turm&#8216;, machen nur eine kleine Rast und erklimmen dann einen Gipfel. Obwohl den ganzen Tag die Sonne sticht, ist es oben durch den Wind doch angenehm k\u00fchl. Von oben hat man einen fantastischen Rundblick auf einen Teil des Nordzipfels der Insel. Wir entdecken in der Ferne eine Badebucht, aber bis dorthin tragen uns unsere F\u00fc\u00dfe heute nicht mehr. So stapfen wir brav hinter Danilo her, der uns zum Umkehren ermuntert. Den Abend beenden wir bei einem wunderbaren Mahl in unserem Haus- und Hofrestaurant.<\/p>\n<p>Meine zauberhafte Reisebegleiterin und ich beschlie\u00dfen am n\u00e4chsten Tag eine gro\u00dfe Wanderung in den <strong>Parque Natural de Serra Malagueta <\/strong>zu machen. Da wir Vertrauen in unseren Guide haben, fragen wir Danilo. Dieses Mal m\u00f6chte er 80 Euro f\u00fcr die Tour haben, die den ganzen Tag dauern soll. Wir sind etwas \u00fcberrascht ob des Preises und willigen dann ein. Wie sich sp\u00e4ter herausstellen sollte, war dies eine gute Idee. Unsere Wanderung beginnt damit, dass wir mit Danilo in ein Aluguer steigen und in die Berge fahren. Dadurch, dass Danilo das Reden \u00fcbernommen hat, geht alles fix und wir bezahlen denselben Preis wie die Einheimischen, was nicht \u00fcberall selbstverst\u00e4ndlich ist. Am Tor zum Nationalpark steigen wir aus, melden uns in der Rezeption kurz an und dann geht es auch schon los. Der gut ausgeschilderte, ausgebaute und breite Weg f\u00fchrt in die Berge. Unter, \u00fcber und neben uns erstreckt sich gr\u00fcner, leicht vernebelter Bergregenwald. Da die Sicht leider beschr\u00e4nkt ist und Danilo nur portugiesisch spricht, erfahren wir wenig \u00fcber die Umgebung oder die V\u00f6gel und Pflanzen, die wir sehen. Im Gegenteil &#8211; wir zeigen Danilo, was Kiefern und L\u00e4rchen sind und dass diese \u00e4therische \u00d6le in sich haben. Er zeigt uns hin und wieder einen Ausblick, so tr\u00f6pfelt der Tag dahin, wir fotografieren und denken uns aber gleichzeitig, dass die 80 Euro ganz sch\u00f6n viel Geld f\u00fcr einen Spaziergang sind &#8230;<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_183\" aria-describedby=\"caption-attachment-183\" style=\"width: 1500px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/laenderkenner.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/2013-November-21-19-47-kap-verde-santoantao.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-183\" src=\"http:\/\/laenderkenner.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/2013-November-21-19-47-kap-verde-santoantao.jpg\" alt=\"\" width=\"1500\" height=\"1000\" srcset=\"https:\/\/laenderkenner.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/2013-November-21-19-47-kap-verde-santoantao.jpg 1500w, https:\/\/laenderkenner.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/2013-November-21-19-47-kap-verde-santoantao-300x200.jpg 300w, https:\/\/laenderkenner.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/2013-November-21-19-47-kap-verde-santoantao-768x512.jpg 768w, https:\/\/laenderkenner.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/2013-November-21-19-47-kap-verde-santoantao-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-183\" class=\"wp-caption-text\">Im Hochland von Sao Antao<\/figcaption><\/figure>\n<p>Nach zwei Stunden Wanderung ist der Weg an einem Sendemast samt Aussichtspunkt zu Ende und zu allem \u00dcberdruss treffen wir auch noch deutsche Wanderer, die mit Karte, GPS-Sender und neuen Jack-Wolfskin-Jacken hier herumtoben. Gro\u00dfartig \ud83d\ude41 Das Paar schw\u00e4belt uns zu, was es noch f\u00fcr eine Tour machen m\u00f6chte und siehe da! Yeah! Es ist genau dieselbe Tour, die wir auch machen wollen. Es wird immer besser :-(! Aber dann verschwinden sie mit Karte, GPS, sogar noch einem Tablet im Geb\u00fcsch und f\u00fchlen sich ganz &#8218;drau\u00dfen zu Hause&#8216;. Danilo ertr\u00e4gt auch dieses Intermezzo mit stoischer Ruhe und klettert kurz darauf \u00fcber das Gel\u00e4nder des Aussichtspunktes, denn dahinter geht ein Pfad bergab. Oha! Beginnt jetzt das Abenteuer? Und wie!<\/p>\n<p>Danilo f\u00fchrt uns durch mannshohes Gras und Geb\u00fcsch auf einem kleinen Pfad \u00fcber einen Bergr\u00fccken, der sich langsam absenkend in das gr\u00fcne Tal windet. Frohlockend stapfen wir hinter ihm her, denn der Ausblick ist sofort fantastisch. Wir erkennen kleine Bergd\u00f6rfer und Felder in den steilen gr\u00fcnen H\u00e4ngen, im Hintergrund leuchtet blau das Meer und dazwischen ziehen sich die Bergk\u00e4mme und T\u00e4ler. Als wir uns einmal kurz umsehen, erblicken wir das schw\u00e4belnde P\u00e4archen in ihren bunten Jacken am Aussichtsturm. Auch sie scheinen unsere Route nehmen zu wollen, was aber ehrlich gesagt ohne Guide lebensgef\u00e4hrlich ist. Das erkennen die beiden gl\u00fccklicherweise auch und kehren um. In den folgenden vier Stunden wandern wir entlang mehrerer Bergr\u00fccken immer weiter ins Tal in Richtung des Ortes Principal. Wir wandeln auf verschlungen Dschungelpfaden, die so schmal sind, dass man nicht nebeneinander gehen kann. W\u00e4hrend man linker Hand in die Felswand greift, geht es rechter Hand teils hunderte Meter in die Tiefe. Danilo erweist sich jetzt als richtiger Guide. An mehreren kleinen H\u00fctten, in denen Bergbauern wohnen, erkundigt er sich nach dem sichersten Weg, fragt nach Wasserst\u00e4nden von Wasserf\u00e4llen, die \u00fcber den Weg tosen und f\u00fchrt uns zielsicher durch den Berwald. Die Ausblicke, die sich uns bieten sind atemberaubend sch\u00f6n. Dazu durchqueren wir mehrere Plantagen, in denen uns Danilo unbekannte Fr\u00fcchte zeigt und wir durchwandern verlassene Bergd\u00f6rfer. Am Ende sind wir wirklich fertig und ersch\u00f6pft und die letzten Meter hinab nach Principal sind eine echte Qual. Vom \u00d6rtchen Principal erwarten wir nicht allzuviel, was ganz gut ist, denn au\u00dfer einer Rumbrennerei, einem Flussbett und einigen Steinh\u00e4uschen gibt es rein gar nichts zu sehen. Die Bewohner betrachten uns einigerma\u00dfen argw\u00f6hnisch, so dass wir sehr froh sind, Danilo bei uns zu haben. Wir verlassen Principal also recht schnell auf der einzigen Stra\u00dfe, die hinaus aus dem Tal f\u00fchrt. Die Stra\u00dfe besteht aus Pflastersteinen, wie viele Stra\u00dfen auf den Kapverdischen Inseln, und sie ist teilweise durch den neben ihr flie\u00dfenden Fluss zerst\u00f6rt worden. Wie es scheint muss vor relativ kurzer Zeit eine ziemlich m\u00e4chtige Flutwelle das Tal durchstr\u00f6mt und alles mitgerissen haben, was nicht niet- und nagelfest war. F\u00fcr die Anwohner muss das sehr tragisch gewesen sein, denn wie es scheint, nutzten sie das fruchtbare Flusstal f\u00fcr Ackerbau und Viehzucht. Nur wenig ist davon auf einigen h\u00f6her gelegenen Ebenen \u00fcbrig geblieben. Auf unserem Weg begegnet uns eine gro\u00dfe Anzahl Schulkinder und wenige Autos. Die letzte Tatsache ist f\u00fcr uns wiederum tragisch, da Danilo anscheinend geplant hatte eines der Autos anzuhalten und es als Taxi heimw\u00e4rts zu nutzen. Allerdings h\u00e4lt keines der vielleicht drei Autos und so wandern wir noch einmal ca. zwei Stunden die Stra\u00dfe entlang und f\u00fchlen uns ein wenig wie Elli im Wunderland auf ihrem langen Backsteinweg. Irgendwann erbarmt sich dann doch der Fahrer eines v\u00f6llig mit Feldfr\u00fcchten, Ziegen und Menschen \u00fcberladenen&nbsp; Aluguers unserer m\u00fcder Wanderseelen. Trotz unseres Protestes bekommen wir die V.I.P.-Pl\u00e4tze vorne im H\u00e4uschen des Fahrers. Daf\u00fcr muss die gesamte Ladung des kleinen Vehikels eine Viertelstunde lang umgeschichtet werden und alle anderen mussten noch viel enger zusammenr\u00fccken. Dass wir viel lieber hinten bei den Leuten gesessen h\u00e4tten und dass man sich wegen uns nicht solche Umst\u00e4nde machen muss, war nicht zu vermitteln. Wir sind die G\u00e4ste aus dem Ausland und deswegen bekommen wir die besten Pl\u00e4tze. Wir hatten das Gef\u00fchl, dass unsere Mitfahrer beleidigt gewesen w\u00e4ren, wenn wir sie weiter abgelehnt h\u00e4tten und so genossen wir voller warmherziger R\u00fchrung diese Geste der Gastfreundschaft und verabschiedeten uns immer \u00fcberschwenglich von jedem einzelnen Reisenden, der im Laufe der Fahrt das Taxi verlie\u00df. Die Fahrt zur\u00fcck nach Tarrafal dauerte schlie\u00dflich keine halbe Stunde. Nach insgesamt neun Stunden Ausflug waren wir wieder zur\u00fcck, happy und K.O. Wir verabschiedeten uns von Danilo und am n\u00e4chsten Tag vom kleinen Tarrafal, welches auf jeden Fall eines der&nbsp; Reiseziele ist, das man finden m\u00f6chte, wenn man abseits der Wege unterwegs ist: klein, voller \u00dcberraschungen und sch\u00f6n!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kapverdischen Inseln sind eine sehr abwechslungsreiche Inselgruppe und ein wundersch\u00f6nes Reiseziel. 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