{"id":671,"date":"2019-02-07T20:45:57","date_gmt":"2019-02-07T18:45:57","guid":{"rendered":"http:\/\/laenderkenner.de\/?p=671"},"modified":"2019-02-25T19:13:42","modified_gmt":"2019-02-25T17:13:42","slug":"vulkan-baru-panama-wandern-trail-bericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laenderkenner.de\/index.php\/2019\/02\/vulkan-baru-panama-wandern-trail-bericht\/","title":{"rendered":"Volcano Baru \u2013 von fremden Wandergruppen, und wie man es besser machen kann"},"content":{"rendered":"\n<p>Ich mag Wandern. Eigentlich. Aber nach diesem Ausflug hatte ich mehrere Jahre lang keinen Bock mehr auf einen Ausflug zu Fu\u00df. Und das kam so \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend meines \u201aWork- and Travel\u2018-Aufenthaltes in Panama reiste ich mit meinem dort kennengelernten Kumpel Steffen durch das Landesinnere. Auf Anraten diverser Reisef\u00fchrer und Einheimischer besuchten wir das wirklich beschauliche St\u00e4dtchen Boquete in der Provinz Chiriqu\u00ed. Wir wohnten im besten Hostel am Platze, dem <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Hostel Mamallena (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.mamallenaboquete.com\/\" target=\"_blank\">Hostel Mamallena<\/a>. Lediglich das Wetter lie\u00df uns ein bisschen im Stich. Man kann in Boquete zwar <a href=\"https:\/\/www.hablayapanama.com\/de\/faqs\/things-to-do-in-boquete-panama\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"einiges unternehmen (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">einiges unternehmen<\/a>, wie zum Beispiel eine Kaffeeplantage anschauen, einen Vulkan besteigen, Wildwasserrafting oder einen Kletterwald besuchen. Allerdings waren wir alle beide keine Fans von Rafting und Co., also entschieden wir uns unter anderem f\u00fcr die <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Wanderung auf den Volcano Baru (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.boqueteoutdooradventures.com\/volcan-baru-hike\/\" target=\"_blank\">Wanderung auf den Volcano Baru<\/a>. Dieser ruhende Vulkan ist mit 3477 Metern zugleich der h\u00f6chste Berg Panamas. Und au\u00dferdem hat man vom Gipfel aus die Chance, gleich zwei Ozeane zu sehen. Solche Orte gibt es nicht viele auf der Welt. Will man diese Chance haben, sollte man zum Sonnenaufgang, gegen 5.30 Uhr, auf dem Gipfel sein, denn dann hat man oft die beste Sicht. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Vorbereitungen f\u00fcr den Aufstieg<\/h2>\n\n\n\n<p>In unserem Hostel beschrieb man uns die Tour als sehr sch\u00f6n, anstrengend und empfahl sie uns als Tagesausflug. Wir sollten uns in der Nacht gegen 22 Uhr losmachen, um rechtzeitig den Gipfel zu erreichen. Aber wir sollten auf jeden Fall Bescheid geben, wann wir die Tour machen, damit jemand schaut, dass wir auch wiederkommen. <em>Machte uns das stutzig?<\/em> Nein! Au\u00dferdem bekamen wir von jedem, den wir\u00a0 fragten, eine andere Wegbeschreibung. <em>Machte uns das nerv\u00f6s?<\/em> Aber nicht doch. Auf jeden Fall sollten wir aber pro Person vier Liter Wasser, Taschenlampen sowie Snacks und Essen f\u00fcr zwei Tage einstecken. <em>Brachte uns das zum Nachdenken?<\/em> Ach wieso denn! Ein Guide wurde uns empfohlen, aber es ginge auch so. Na dann!<\/p>\n\n\n\n<p>Um auf den Berg zu kommen, l\u00e4sst man sich am besten mit dem Taxi bis zum Eingang des Nationalparks fahren. Man hatte uns gesagt, er sei immer offen, was sich zumindest heute best\u00e4tigte. Von da an ist man auf sich allein gestellt. Wir bekamen von unserem Taxifahrer noch die f\u00fcnfte Wegbeschreibung, der wir neugierig lauschten. Kartenmaterial war zu dem Zeitpunkt nicht zu bekommen, und Handys besa\u00dfen wir nicht. Laut der vielen Beschreibungen gab es eigentlich nur einen Weg, den man auf keinen Fall verlassen sollte. Na dann, auf ging\u2019s.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Weg zu Gipfel des Baru<\/h2>\n\n\n\n<p>Der \u201eWeg\u201c zum Gipfel ist ungef\u00e4hr 14 Kilometer lang. Der \u201eWeg\u201c beginnt am Eingang des Nationalparks auf einer H\u00f6he von 1800 Metern \u00fcber dem Meeresspiegel. Tats\u00e4chlich kann man sich nicht verirren, wenn man auf dem \u201eWeg\u201c bleibt. Es gibt nur diesen einen. Das waren die guten Nachrichten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der \u201eWeg\u201c entpuppte sich bereits nach wenigen hundert Metern allerdings als eine sportliche Mischung aus altem Flussbett, Panzerstra\u00dfe und Ger\u00f6llhalde. Metergro\u00dfe Brocken Gestein, Schlamml\u00f6cher, Reifenspuren und immer wieder Ger\u00f6ll machten ein Wandern, wie es der zarte Mitteleurop\u00e4er kennt, unm\u00f6glich. Parallel zu den widrigen Bedingungen starteten wir \u00a0in der Nacht. Das hie\u00df, dass es am Berg und im Wald dunkel wie in einem B\u00e4renarsch war. \u00a0Gedanken, wie: <em>\u201eHier ist weit und breit niemand\u201c,<\/em> <em>\u201eWir stolpern mitten in der Nacht einen Berg hinauf\u201c<\/em>, <em>\u201eWir sind bereits in 2000 Meter H\u00f6he\u201c<\/em> und <em>\u201eAuch im Notfall muss ich das alles wieder herunterlaufen\u201c<\/em>, gingen mir durch den Kopf. <em>\u201eGibt es hier eigentlich Raubtiere?\u201c &#8211; <\/em>\u201eHm\u2026 Keine Ahnung\u201c. Man muss also \u00fcber ein reichlich fr\u00f6hliches und ausgeglichenes Gem\u00fct verf\u00fcgen, um diese Wanderung zu machen. Zum Gl\u00fcck hatten wir das.<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_0_placeholder\n\n\n\n<p>Hat man sich, wie wir, damit abgefunden, trottet man dann mit der Taschenlampe in der Hand durch die Nacht. Abzweigungen vom Weg gab es tats\u00e4chlich nicht. Nach jedem Kilometer tauchte aus dem Nichts ein Schild auf, das \u00fcber die Wegstrecke Auskunft gab. Was aber neben der Anstrengung richtig \u00e4tzte, war, dass man keine M\u00f6glichkeit hatte, sich auszuruhen. Der in &#8222;Jack Wolfskin&#8220;-Klamotten verpackte Wanderer aus Europa kennt sicher Schutzh\u00fctten, Unterst\u00e4nde oder Sitzb\u00e4nke. Leider gibt es das in Panama nicht. Am Baru hie\u00df das konkret: sitzen auf kaltem, nassem Stein oder nassem Gras. Ausruhen? Fehlanzeige!<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend sich die Wegstrecke immer weiter zog, fragte ich mich,\nwof\u00fcr ich das alles machte. Und die Frage ist berechtigt. Denn als die Stunden\nverronnen waren und der ersehnte Ausblick nahte, bemerkte ich, dass irgendein\nWahnsinniger den Gipfel mit Antennen und Abh\u00f6ranlagen &nbsp;zugebaut hatte. Wuhuu! Gro\u00dfes Kino. Schade um\ndas sch\u00f6ne Panorama. Au\u00dferdem h\u00e4mmerte es schmerzvoll in meinem Kopf, denn in\ndieser H\u00f6he muss man mit H\u00f6henkrankheit rechnen. Aloha! In der Ferne glaubte\nich andere Wanderer zu entdecken. Wie sich herausstellte, sah ich als einziger\ndiese fremde Wandergruppe und musste schleunigst halluzinierend den Gipfel\nwieder verlassen. Also schnell ein paar Fotos machen. Ozeane schauen und wieder\nrunter.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann begann die eigentliche Qual: Der Abstieg!!! Jeder, der behauptet, dass dieser weniger Zeit in Anspruch nimmt als der Aufstieg, l\u00fcgt! Ohne ein Ziel vor Augen stolpert man diesen \u201eWeg\u201c, diese Realsatire eines Wanderweges, diese knochenbrechende glitschige Rutschbahn hinunter und f\u00e4ngt, an die Welt zu hassen. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich wollte nur noch &#8222;nach Hause&#8220;. Stattdessen schlurften wir Kilometer um Kilometer, Stunde um Stunde, ohne dem Ausgang des Parks n\u00e4her zu kommen. Vergessen waren die Gl\u00fccksgef\u00fchle des Gipfelsturmes \u2013 die F\u00fc\u00dfe taten weh, wie ich es nicht f\u00fcr m\u00f6glich gehalten hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich sind es knapp 27 Kilometer Strecke, die man in dieser\neinen Nacht und an einem Tag laufen kann, aber auf keinen Fall muss.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was kann man besser machen?<\/h2>\n\n\n\n<p>Was kann man besser machen? Auf jeden Fall sollte man f\u00fcr diesen Trip zwei Tage und eine Nacht einplanen. Es gibt in der N\u00e4he des Gipfels Wiesen, auf denen man campen darf. Das sollte man auf unbedingt tun. Dann am n\u00e4chsten Morgen frisch auf den Gipfel und dann wieder absteigen. So w\u00e4re es eine sch\u00f6ne Wanderung.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wir? Nach circa 18 Stunden wandern waren wir wieder im Hostel. Die Rezeption machte sich schon Sorgen um uns. Wir hatten den Muskelkater unseres Lebens und waren mehr froh, wieder heil unten angekommen zu sein, als gl\u00fccklich dar\u00fcber, zwei Ozeane auf einmal gesehen zu haben \u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Vulkan Baru ist der h\u00f6chste Berg Panamas. Ein Wanderweg f\u00fchrt hinauf. Hier finden Sie einen Erfahrungsbericht samt Tipps und Tricks.<\/p>\n<div class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/laenderkenner.de\/index.php\/2019\/02\/vulkan-baru-panama-wandern-trail-bericht\/#more-671\" class=\"more-link\">Continue reading &#10142; <span class=\"screen-reader-text\">Volcano Baru \u2013 von fremden Wandergruppen, und wie man es besser machen kann<\/span><\/a><\/div>","protected":false},"author":2,"featured_media":682,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_mo_disable_npp":"","ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[6,10,14,15,9,11,8,13,12],"class_list":["post-671","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","tag-baru","tag-besteigung","tag-boquete","tag-chiquiri","tag-panama","tag-trail","tag-vulkan","tag-wandern","tag-wanderung","blog_design-has-thumbnail"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/laenderkenner.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/671","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/laenderkenner.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/laenderkenner.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laenderkenner.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laenderkenner.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=671"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/laenderkenner.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/671\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":697,"href":"https:\/\/laenderkenner.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/671\/revisions\/697"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laenderkenner.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/682"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/laenderkenner.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=671"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/laenderkenner.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=671"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/laenderkenner.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=671"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}